Tuja Heller - Atelier für Meditativen Tanz und kreative Ausdrucksformen
Kreistanz, Heiltanz und Bewegungsmeditation, ritueller- und Folkloretanz, Ausdrucksspiel (Jeux Sacrè)
Hören auf die Stimme der Gottesmutter
Das weibliche Element in der griechisch- orthodoxen Welt"Von Ephesus aus, der einstigen Kultstätte der Fruchtbarkeitsgöttin Kybele, der Magna Mater und der Artemis, dieser segenspendenden Hüterin der Keuschheit, trat die Marienverehrung ihren unvergleichlichen Siegeszug nach Byzanz und dann über das ganze christliche Abendland an. Durch das Dogma "Maria ist Gottesgebärerin" war ihr Anteil am göttlichen Erlösungswerk offenbar geworden, und das griechisch gebildete, römisch regierte Abendland sank vor ihr, vor Millionen ihrer Ikonen, auf die Knie.
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Maria beim Gebet ....... Die Macht wie die Poesie der mütterlich helfenden Maria hat für den christlichen Westen, ja für die Religionsgeschichte der ganzen Erde eine ungeheure Bedeutung erlangt...
Marienbilder, Mariendichtung und Marienverehrung leben in mystischer Vertiefung und in ihrer jubelnden Wieder - und Wiedererneuerung fort und fort, und der Glanz der Beschützerin, der Helferin, der Güte und der Nachsicht, der Milde, der Sanftmut und des Mitleids, ist die Anmut und der Zauber des Abendlandes geworden. Maria hat das Abendland gezähmt und gebändigt, begütigt und besänftigt, und die eigentümliche, ja unwiederstehliche Anziehungskraft, die vom Abendland ausgeht, was das Abendland wie in warmer Abendsonne aufleuchten läßt und liebenswert macht, das wäre ohne Maria und ohne Marienverehrung nicht denkbar. Maria ist so zeitlos wie die Natur. In ihr ziehen Jahrtausende zu Gott." *Maria als die Retterin der Seelen - Fürsprecherin - und spirituelle Wegbegleiterin (Hodegetria) hat nach und nach theologische Stellen besetzt, die vorher den männlich definierten trinitarischen Wesen, Gott, Christus, Heiliger Geist vorbehalten waren. Dies vollzog sich in einem langen Prozeß, dessen einzelne Stationen wir heute kaum mehr nachvollziehen können. Dieses Geschehen zeigt, wie stark die Volksfrömmigkeit und das visionäre Erleben Einzelner Einfluß auf die offizielle Theologie nehmen. Das Hören auf die Stimme der Gottesmutter hat zu allen Zeiten einen korrigierenden und humanisierenden Einfluß auf die Theologie gehabt.
Bereits "seit dem 3. Jahrhundert wurde Maria als "Theotokos", wörtlich Gottesgebärerin, Mutter Gottes, in liturgischen Texten genannt, es gab also gesungene Gebete und Anrufungsformen, die in vielen Gemeinden Gemeingut waren." Die theologische Ablehnung des Titels der Gottesmutter durch den Patriarchen von Konstantinopel, der die menschliche Geburt Jesu herausstellte, führte aber zum Konflikt. Der Patriarch Nestorius argumentierte, "der unsterbliche Gott könne nicht von einer Frau geboren werden. In der Auseinandersetzung mit dem marienfreundlichen Kyrill von Alexandria unterlag Nestorius. Das Dogma wurde der Frömmigkeitsstruktur der Gläubigen angepaßt, der Titel "Theotokos", Gottesmutter, ist durch das Konzil von Ephesus 431 Gemeingut orthodoxer und römisch-katholischer Frömmigkeit geworden. Unmittelbar wirkten theologische Entscheidungen und liturgische Tradition aufeinander." So kam es in der griechisch orthodoxen Christenheit zu einer eigenartigen Synthese von Dogma und Liturgie. Man kann von einer Synergie sprechen, denn die beiden Seiten steigerten sich gegenseitig zu einer strahlenden Ausdruckskraft. Das beeindruckendste Kunstwerk, welches aus dieser Marienfrömmigkeit heraus entstand, ist der Akathistos-Hymnus. Es ist gewiß nicht untertrieben, wenn wir den Hymnus als innersten und größten Lobpreis der Orthodoxie bezeichnen.
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* (Lissner,a.a.O.S.140)
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